Lehre (Sommersemester 2016)

Übersicht
Vorlesung Einführung in die Angewandte Sprachwissenschaft (Mittwoch 9.45 –11.15 Uhr)
Kommentar
Proseminar Protest! (Dienstag 9.45 –11.15 Uhr)
Kommentar
Proseminar Theorien und Methoden der Diskurslinguistik (Donnerstag 14.15–15.45 Uhr)
Kommentar
Proseminar Methoden Angewandten Sprachwissenschaft [gemeinsam mit Helmut Gruber, Florian Menz] (Dienstag 14.00–16.00 Uhr)
Kommentar
Privatissimum Privatissimum 1 aus Diskursanalyse und Soziolinguistik II [gemeinsam mit Helmut Gruber, Florian Menz, Rudolf de Cillia] (Freitag 13.00–18.00 Uhr, blockweise)
Kommentar
Kommentare
Vorlesung Einführung in die Angewandte Sprachwissenschaft (Mittwoch 9.45 –11.15 Uhr)

Diese Vorlesung gibt einen Einblick in das Forschungsfeld der Angewandten Sprachwissenschaft. Vorgestellt und diskutiert werden die Fachgeschichte, der Angewandten Sprachwissenschaft zugerechnete Teildisziplinen sowie deren zentrale Theorien, Konzepte und Methoden. Ein besonderer Fokus liegt auf den Forschungsthemen, die am Wiener Institut für Sprachwissenschaft bearbeitet werden.

Literatur zur Einführung: Cook, Guy (2003): Applied Linguistics. Oxford/New York: Oxford University Press (Oxford Introduction to Language Study).
Weiterführende Literatur ist auf der Lernplattform Moodle zu finden.
zurück


Proseminar Protest! (Dienstag 9.45 –11.15 Uhr)

Proteste sind sprachliche und nichtsprachliche Kommunikationsakte, die im öffentlichen Raum stattfinden und in denen Individuen oder Gruppen ein politisch-gesellschaftliches Anliegen artikulieren, das der (wahrgenommenen) dominanten Meinung entgegensteht. Sie deuten auf einen (angenommenen) Missstand hin und betonen gleichzeitig, dass dieser Missstand nicht akzeptiert wird. Gleichzeitig sind sie jedoch auch acts of identity, mit denen sich Individuen sozial positionieren und sich zu anderen Individuen und Gruppen (solidarisierend oder distanzierend) ausrichten. Proteste sind häufig stark ritualisiert, semiotisch dicht (multimodal) und inzwischen auch hochgradig mediatisiert bzw. medial inszeniert. All dies macht sie zu soziolinguistisch hoch interessanten Phänomenen. Doch obwohl Protestbewegungen alles andere als ein neues Phänomen sind, hat die Soziolinguistik erst in den letzten Jahren begonnen, eine Protestforschung zu entwickeln. Diese Forschung nimmt allerdings – wohl nicht zuletzt unter dem Eindruck rezenter Protestbewegungen vom Arabischen Frühling über Occupy Wallstreet bis Pegida – in letzter Zeit massiv an Fahrt auf. In diesem Proseminar wollen wir uns mit diesem neu erschlossenen Forschungsfeld, das auch die Soziolinguistik und Diskursanalyse stark tangiert, befassen. Wir diskutieren dabei einerseits, wie Protest und Protestbewegungen konzeptionell (sozialwissenschaftlich, medien- und kommunikationstheoretisch) gefasst werden können, schauen uns aber insbesondere auch empirisch aktuelle Protest-Diskurse und die sprachlichen bzw. semiotischen Formen, derer sie sich bedienen, an. Welche Diskurse das sein werden, entscheiden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam.
Literatur zur Einstimmung: Luisa Martín Rojo (2014): Occupy. The spatial dynamics of discourse in global protest movements. In: Journal of Language and Politics 13:4, 583–598.
Die Semesterlektüre wird in der ersten Sitzung vorgestellt.
zurück


Proseminar Theorien und Methoden der Diskurslinguistik (Donnerstag 14.15–15.45 Uhr)

Die Diskurslinguistik analysiert große Mengen (Korpora) primär massenmedialer Texte mit dem Ziel, aus textübergreifenden Strukturen, Mustern und Rekurrenzen das kollektive Wissen einer gegebenen Gemeinschaft kommunikativer Akteure zu rekonstruieren. Die Grundlage hierfür bildet die Diskurstheorie Michel Foucaults, die seit den 1990er-Jahren für die Linguistik adaptiert und zur Grundlage einer empirisch ausgerichteten Sprach- und Kommunikationsforschung gemacht wurde. Das Proseminar führt in Grundlagen, Theorien und Methoden dieser Form der transtextuellen Sprach- und Medienanalyse ein. Darüber hinaus werden im Seminar aber auch aktuelle Mediendiskurse analysiert. Der Schwerpunkt hierbei liegt auf rezenten politischen Themen.
Einführende Literatur: Jürgen Spitzmüller/Ingo H. Warnke (2011): Diskurslinguistik. Eine Einführung in Theorien und Methoden der transtextuellen Sprachanalyse. Berlin/Boston: De Gruyter (De Gruyter Studium) [zur Vorbereitung empfohlen].
Thomas Niehr (2013): Einführung in die linguistische Diskursanalyse. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
Die Semesterlektüre wird in der ersten Sitzung vorgestellt.
zurück


Proseminar Methoden Angewandten Sprachwissenschaft [gemeinsam mit Helmut Gruber, Florian Menz] (Dienstag 14.00–16.00 Uhr)

In diesem Proseminar erhalten die Studierenden einen Überblick über unterschiedliche Methoden der Angewandten Sprachwissenschaft wie Teilnehmende Beobachtung, Befragung (schriftl. Befragung, Interviews, Gruppendiskussion, rasche anonyme Datenerhebung etc.), Experiment (z.B. Matched-Guise-Test) und sowie diverse Methoden der Text- und Diskursanalyse. Im Proseminar werden die Methoden vorgestellt und diskutiert. Die Teilnehmenden entwickeln jeweils ein Methodenkonzept für eine empirische Bachelorarbeit, die im darauffolgenden Semester im Rahmen des BA-Seminars zu Angewandten Sprachwissenschaft 1 ausgearbeitet werden soll.
zurück


Privatissimum Privatissimum 1 aus Diskursanalyse und Soziolinguistik II [gemeinsam mit Helmut Gruber, Florian Menz, Rudolf de Cillia] (Freitag 13.00–18.00 Uhr, blockweise)

Der Schwerpunkt dieser Lehrveranstaltung, die für Masterstudierende und DissertantInnen verpflichtend ist, liegt in der problemorientierten Diskussion von entstehenden Qualifikationsschriften (Masterarbeiten und Dissertationen). Es werden Konzepte vorgestellt und besprochen, die Realisierung und der Fortgang diskutiert. Für dabei anfallende Probleme sollen gemeinschaftlich Lösungen erarbeitet werden.
zurück