Lehre (Frühjahrssemester 2008)

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Seminar/Proseminar Übersetzen [mit Robert Leucht] (Mittwoch 10.15–12.00 Uhr)
Kommentar
Programm
Materialien (OLAT)
Seminararbeiten

Kolloquium/Übung Wissenschaftliches Schreiben (Mittwoch 16.15–18.00 Uhr)
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Seminar/Proseminar Übersetzen [mit Robert Leucht] (Mittwoch 10.15–12.00 Uhr)

Texts […] do not travel well – auf diese Formel bringt der Soziolinguist Jan Blommaert die Schwierigkeit, Texte aus ihrem Entstehungskontext in andere, fremde Kontexte zu übertragen. Die ÜbersetzerInnen literarischer Texte kennen dieses Problem nur zu gut. Sie sehen sich bei ihrer Arbeit mit Schwierigkeiten konfrontiert, die keineswegs allein sprachlicher Natur sind: Einen Text zu übersetzen heisst zuallererst, ihn von einem in ein anderes kulturelles Umfeld und von einem in ein anderes semiotisches System zu versetzen. Die Übersetzungsarbeit ist vor diesem Hintergrund weit mehr als nur die möglichst genaue Übertragung einer literarischen Vorlage – er ist ein höchst anspruchsvoller, kreativer Prozess der Re-Kontextualisierung, in dem neue symbolische Ordnungen und damit ein durchaus eigenständiges Werk geschaffen werden. Im Seminar versuchen wir, dem Phänomen der Übersetzung sowohl aus literatur- und übersetzungswissenschaftlicher als auch aus (sozio-)linguistischer Perspektive auf die Spur zu kommen. Dabei werden wir linguistische wie literaturwissenschaftliche Theorien diskutieren, die sich mit sprachlicher Relativität, Kulturtransfer, symbolischen Ordnungen, Sozialsymbolik, Textualität, Kontext und Kontextualisierung befassen und anhand konkreter Beispiele – entgegen der Vorstellung, dass es sich bei einer Übersetzung immer um den Verlust von Originalität handelt –, auch den kreativen Potenzialen nachgehen, die Übersetzungen freisetzen. Das Seminar kann sowohl als literaturwissenschaftliches als auch als linguistisches Modul gebucht werden. Je nach Buchung stellen die TeilnehmerInnen ein linguistisches oder literaturwissenschaftliches Thema vor, die Auseinandersetzung mit dem jeweils anderen Fachgebiet wird vorausgesetzt.

Zur Einführung empfohlen: Eco, Umberto (2006): Quasi dasselbe mit anderen Worten. Über das Übersetzen. Aus dem Ital. von Burkhart Kroeber. München/Wien: Hanser (Originalausgabe: Dire quasi la stessa cosa. Esperienze di traduzione. Milano: Bompiani 2003).
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Kolloquium/Übung Wissenschaftliches Schreiben (Mittwoch 16.15–18.00 Uhr)

Das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten stellt häufig genug vor Schwierigkeiten, die mit dem zu bearbeitenden Gegenstand genuin zwar nichts zu tun haben, die diesen allerdings nicht selten zu überlagern drohen; Schreibblockaden sind die bekanntesten der unangenehmen Folgen. Wissenschaftliches Schreiben erfordert hohe Planungs-, Strukturierungs- und Analysefähigkeiten sowie spezifische Textsortenkenntnisse, die einerseits durch Learning-by-Doing, andererseits durch eine theoretische Auseinandersetzung ausgebildet werden können.

Das Kolloquium setzt an beiden Stellen an. Es richtet sich an Studierende aus allen Semestern, die ihre Arbeits- und Schreibweise verbessern und ein verfeinertes Bewusstsein davon erhalten möchten: In gemeinsam durchgeführten und diskutierten Arbeitsschritten sollen die wichtigsten Etappen bei der Entstehung einer wissenschaftlichen Arbeit ersichtlich und planbar werden. Dabei werden verschiedene Vorgehensweisen und Schreibstrategien erprobt und die entsprechenden Abläufe theoretisch besprochen. In so genannten Werkstattgesprächen besteht die Möglichkeit, sich im Austausch mit anderen über das Vorgehen bei eigenen laufenden Projekten zu verständigen.
Die Veranstaltung befasst sich mit Fragen, die alle philologischen Teilbereiche gleichermassen betreffen: Wie entsteht eine dem Umfang der Arbeit adäquate Fragestellung? Wie lässt sich diese am Gegenstand konkretisieren? Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine Arbeitshypothese zu formulieren? Wie sieht ein produktiver Umgang mit vorliegender Forschung aus? Gibt es einen wissenschaftlichen Stil? Wann zitieren, wann paraphrasieren? Was alles können Fussnoten leisten? Wie komme ich beim Schreiben zügig voran? Und: Wozu schreiben wir überhaupt (Pro-)Seminararbeiten? Dieser Fragenkatalog ist keineswegs abschliessend.

Ein Leistungsnachweis (4 Kreditpunkte) kann in Rahmen einer schriftlichen Übung (Lernportfolio) über das Semester hinweg erworben werden. Lizenziatsstudierende können den Kurs als Übung (ohne Leistungsnachweis) besuchen.
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Materialien
Alle Materialien zu den Kursen finden sich auf der E-Learning-Plattform OLAT. Die Anmeldung bei OLAT erfolgt mittels der UniAccess-Daten.
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